Geschichte und Methoden der Haarentfernung – Teil 1

In der heutigen Zeit ist der Wunsch nach einem perfekten Körper immer größer. Dieser Wunsch nimmt einen hohen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft ein. Dazu gehört auch die Entfernung der Körperbehaarung. Wobei dies bereits vor Jahrhunderten vor Jahren, mit verschieden Methoden, vollzogen wurde.

Nicht nur Frauen streben danach, sondern auch immer mehr Männer entfernen ihre Körperbehaarung.

Mittlerweile herrscht eine Vielzahl von Möglichkeiten auf dem Wellness- und Beautymarkt, um diesem Wunsch nachzukommen. Kaum ein Verbraucher hat noch die Möglichkeit, alle verschiedenen Bereiche zu überblicken.

Bei der Beantwortung der Frage welche Haarentfernungsmethode die richtige ist können folgende Informationen helfen:

  • die Risiken / Nebenwirkungen der Behandlung
  • die Vor- und Nachteile der Behandlung
  • die Behandlungsdauer
  • ob Vor- bzw. Nachbehandlungen nötig sind
  • ob die Behandlung / Anwendung schmerzhaft ist
  • wie oft die Behandlung / Anwendung wiederholt werden muss
  • die Kosten der Behandlung / Anwendung
  • welche Körperregionen  behandelt werden dürfen und welche nicht
  • für wen die Behandlung geeignet ist bzw. nicht geeignet ist

Nicht nur für den Verbraucher sind diese Informationen wichtig, sondern auch für  Kosmetiker/innen. Somit können sie entscheiden, welche dieser Behandlungen sinnvoll wären im Unternehmen anzubieten, bzw. kann der Verbraucher entscheiden, welche Behandlung für ihn in Frage kommt und ob er diese Behandlung verträgt.

Bei dieser Serie werden die verschiedenen Methoden der Haarentfernung und deren Wirkungsprinzip, kurz, vorgestellt.

Die Wachstumsphasen des Haares

Die Wachstumsphasen des Haares sind entscheidend für den Erfolg verschiedener Haarentfernungsmethoden, da nur in der anagenen Phase das Haar mit den Blutgefäßen (Versorgung des Haares mit Nährstoffen) verbunden ist.

Das Haarwachstum lässt sich in drei verschieden Phasen einteilen.

1. Die Anagenphase (Wachstumsphase):

Die Produktion des Haares beginnt und fängt mit der Bildung einer neue Haarwurzel. Das Haar wächst ungefähr einen Millimeter pro Tag, somit in einem Monat somit um etwa einen Zentimeter. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist von Körperregion zu Körperregion unterschiedlich.

Diese Phase dauert bei Frauen 4-6 Jahre und bei Männern 2-4 Jahre. Haare in der Anagenphase nennt man auch „Papillarhaare“.

2. Die Katagenphase (Übergangsphase):

Diese Phase schließt sich unmittelbar an die Anagenphase an und dauert  2-4 Wochen. In dieser Übergangsphase stellt Zellmatrix ihre Produktion ein und der Haarfollikel verengt sich im unteren Bereich. Die Wurzel stößt das Haar mit dem Follikel, mit dem es in der Wurzel sitzt, ab und schiebt es nach oben Richtung Kopfhaut.

Haare in der Katagenphase nennt man auch „Beethaare“.

3. Die Telegonphase (Ruhephase):

Die letzte Phase (Endphase) dauert ca. 3-4 Monate (unterscheidet sich von Körperregion zu Körperregion). Das Haar das von der Wurzel getrennt ist wird nicht mehr versorgt, es beginnt die Ruhephase Die Haarpapille und der Haarfollikel regeneriert sich. Das gelockerte Haar geht beim Kämmen oder Waschen verloren.

Zwischen 50 und 100 Haaren fallen einem gesunden Menschen pro Tag aus. Nach dieser Phase schließt sich wieder die Anagenphase an.

Die Depilation

Die  Depilation ist ein Haarentfernungsverfahren, bei der die Haarwurzel nicht dauerhaft zerstört oder geschädigt wird. Beispiele für die Depilation sind: »Rasieren, wachsen, zupfen« etc. Somit können die Haare wieder mühelos nachwachsen und die Behandlung ist nicht dauerhaft sondern temporär.

Depilationsmethoden:

  • Rasieren
  • Rubbelhandschuh / Rubbelplättchen
  • Warmwachs / Kaltwachs
  • Zuckerpaste
  • Bindfaden
  • Chemischen Mittel – Creme / Mousse / Bleichmittel
  • Haarwuchshemmende Mittel

Wichtig hierbei ist, dass die Aufzählung nicht abschließend ist, sondern vielmehr die bekanntesten Mittel vorzustellen.

Vor jeder Depilation ist es wichtig, das gewünschte Hautareal, zu reinigen. Die Reinigung dient der Entfettung der Haut und dem Entfernen von Deodorant, Lotion usw.. Bei manchen Verfahren muss die Haut gereinigt und trocken sein, damit eine reibungslose Anwendung möglich ist.

Die Rasur

Die ersten Rasierer wurden im 6ten Jahrtausend v. Chr. verwendet und bestanden aus geschliffenem Feuerstein, Steinmessern, Muschelschalen und Haifischzähnen. Erst King Camp Gillette erfand 1895 den ersten Rasierer mit Wegwerfklingen, allerdings war dieser erst ab 1903, durch den Professor William Nickerson, auf dem Markt erhältlich.

1915 wurde ein Rasierer speziell für die Frau eingeführt, welcher 1975 auch mit Wegwerfklingen, erhältlich war. Da in den 1930er Jahren die kleineren Elektromotoren erfunden wurden, lies die Erfindung des ersten elektrisch betrieben Rasierers nicht lange auf sich warten. Erfunden wurde dieser von Jacob Schick. 1937 wurde der erste handliche Elektrorasierer, durch die Firma Remington, auf den Markt gebracht.

1939 folgte ein 3-Klingen-Schersystem, welches rotierte, von der Firma Philips.

Bei dieser Methode gibt es sowohl die Trocken- als auch die Nassrasur. Beide Varianten sind schmerzfrei. Die Haare werden hierbei, von einer oder mehrerer Klingen, oberhalb der Haut gekappt (also nur oberflächlich).  Aus diesem Grund ist diese Anwendung nur von kurzer Dauer. Die Haare sind innerhalb weniger Tage wieder zu sehen und sie fühlen sich stumpfer und dicker an. Dies kommt Zustande, da die Haare mit dem stumpfen Schnittende wieder nachwachsen.

Der Anwender muss zunächst zwischen Trocken- und Nassrasur auswählen und desweiteren ob er  gegen oder mit der Haarwuchsrichtung rasiert. Bei einer empfindlichen Haut ist es nicht empfehlenswert gegen die Haarwuchsrichtung zu rasieren, da hierbei die Haut mehr gereizt wird und es kann zu Schwellungen und Rötungen kommen.

Die Nassrasur wird noch schonender, durch die Anwendung von speziellen Rasierschaums-, gels-, oder Rasierseifen, da hierbei das Haar aufgeweicht wird und es somit leichter von der Klinge durchtrennt werden kann.

Es gibt verschiedene Geräte für die Anwendung. Zum einen gibt es Geräte, ohne elektrischen Antrieb und zum anderen elektrisch betriebene Rasierapparate. Hierbei gibt es auch kleine Apparate, die für die Rasur der Augenbrauen, des Intimbereiches oder der Brustbehaarung, dienen.

Ebenso gibt es spezielle Rasierapparate sowohl für Frauen, wie auch für Männer. Früher hatten die Rasierer, speziell für den Mann, eine erhöhte Anzahl an Klingen. Mittlerweile sind diese auch für die Frau erhältlich. Bei manchen Geräten ist zusätzlich eine Präzisionsklinge vorhanden, um an die schwer erreichbaren Stellen im Gesicht zu kommen.

Zu den seltener verwendeten Arten des Rasierers gehört das Rasiermesser und wird von einem Babier[1] verwendet. Dies bietet den Vorteil, dass es länger verwendet werden kann, da es bei Bedarf wieder nachgeschärft werden kann. Zumeist werden Rasierer mit Einwegklingen oder mit auswechselbaren Klingenblöcken verwendet. Bei dem Einwegrasierer wird nicht die Klinge erneut ausgetauscht, sondern der komplette Rasierer in den Müll entsorgt. Bei Rasiersystemen mit Rasierklingenblöcken wird nur der Rasierblock, nicht der Rasiergriff, durch einen neuen ausgetauscht. Die Rasur kann an allen Körperregionen angewendet werden, die enthaart werden sollen und ist einfach zu Hause durchzuführen.

Vorteil des Rasierens bietet der geringe Zeitaufwand und die Möglichkeit dies an fast allen Orten durchzuführen. Nachteil ist die mechanische Reizwirkung auf die Haut, wodurch Irritationen, die sich meist in Form von Rötungen oder kleinen Pickelchen zeigen, entstehen können. Ebenso sind kleinere Schnittwunden möglich. Desweiteren kann es zu eingewachsenen Haaren und somit eventuell zu Entzündungen kommen, gerade bei Menschen mit kräftigeren oder naturgelockten Haaren. Dies entsteht durch Haare, die unter der Haut weiter wachsen. Um diese Reizungen bzw. möglichen Nebenwirkungen zu verringern, sollte das Haar, mittels Rasierschaum, Gel oder ähnlichem, auf die Rasur vorbereitet werden und regelmäßig ein Peeling durchgeführt werden, um abgestorbene Hautschuppen zu entfernen. Ebenso dienen verschiedene  Cremes, Lotions usw., speziell nach der Rasur, dazu, die Haut zu beruhigen.

Der Zeitaufwand dieser Methode variiert, je nachdem wie schnell jemand die Klinge erneut über die Haut zieht, bzw. wie groß die Fläche ist, die enthaart werden soll. Im Schnitt braucht man für die Rasur 10 Minuten. Die Kosten variieren ebenfalls, je nachdem für welches Rasiersystem sich entschieden wird. Angefangen von 0,35 Euro (5 Einwegrasierer) bis hin zu 299 Euro oder mehr für elektrische Rasierer.

[1] Bezeichnung für einen Handwerksberuf; früher wurden Bartscherer, Badeknechte und Krankenpfleger so bezeichnet

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