Das Interesse an nicht invasiven aber wirkungsvollen Behandlungsmethoden hat in den letzten Jahren zugenommen. Momentan ist in der Dermatologie und Kosmetik von der Mikrodermabrasion zu hören und zu lesen. Doch was steckt nun genau hinter diesem Begriff?

Einfache Methodik mit überraschenden Ergebnissen

Bei der Mikrodermabrasion handelt es sich um eine kosmetische Behandlungsmethode bei der die oberen Hautschichten durch spezielle Mikrokristalle (mikrofeiner Quarzsand, Aluminiumoxid, Diamantschleifplatten etc.) und Vakuum kontrolliert, mechanisch abgetragen werden.

Bei der Vakuum-Kristall-Mikrodermabrasion werden apparativ feine, sterilisierte Mikrokristalle mittels hoher Geschwindigkeit (über ein Handstück) auf die Haut gelenkt und durch ein Vakuum-Schlauchsystem wieder, in einem separaten Behälter, abgesaugt. Somit ist diese Behandlung eine Art der Schälung ohne chemische oder biologische Substanzen, wie z.B. Fruchtsäurepeeling. Dies ist eine Art der oberflächigen Mikrodermabrasionen.

Das Wort Mikrodermabrasion setzt sich zusammen aus dem griechischen Begriff „Mikro“ für „klein“ und „Derma“ für Haut sowie dem lateinischen Begriff „Abrasion“ für „Abkratzung“ zusammen.

Die Mikrodermabrasion ist Mitte der 80er Jahre, als Entwicklung der aus der Medizin bekannten Dermabrasion, hervorgegangen. Bei der Dermabrasion handelt es sich um ein Verfahren zur Abschleifung der Haut der oberflächigen Hautpartien mit einem rotierenden Schleifkopf welches mindestens unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird, da diese Behandlung  grundsätzlich tiefer geht als bei der kosmetischen Mikrodermabrasion.

Schonendes Intensivpeeling mit Tiefenwirkung

Die reine Dermabrasion fällt zumeist in den Bereich der Behandlungsmethoden der modernen Ästhetischen Chirurgie.

Das Verfahren der nicht invasiven Mikrodermabrasion „verletzt“ die Haut nicht in dem Umfang wie dies bei der ärztlichen Dermabrasion geschieht (ausgenommen Narbenbehandlung), sodass keine Blutungen entstehen.

Die Mikrodermabrasion kann zusätzlich in mechanische, chemische und die Mikrodermabrasion mit Laser sowie die Eindringtiefe (oberflächig, mitteltief und tief) unterschieden werden.

  • Mechanische Mikrodermabrasion (mikrofeiner Quarzsand, Aluminiumoxid, Diamantplättchen etc.)
  • Chemische Mikrodermabrasion (verschiedene Säuren je nach Einwirkungstiefe)
  • Mikrodermabrasion mit Laser

Die in Deutschland bei Kosmetikerinnen wohl gebräuchlichste Mikrodermabrasion ist die mechanische Mikrodermabrasion.

Wo setzt die Mikrodermabrasion an und was bewirkt diese?

Die Haut ist ein Organ welches aus verschiedenen Schichten besteht. Dabei besteht die oberste der drei Hautschichten der Epidermis (mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel), aus verhornten, abgestorbenen Zellen. Die darunter liegenden Hautschichten bestehen aus lebenden Zellen, welche sich ständig erneuern. Bei diesem Erneuerungsprozess werden die darüber liegenden Zellen kontinuierlich immer weiter nach oben geschoben wo diese dann absterben, verhornen und ständig abgestoßen werden.  Der Hauterneuerungsprozess dauert in der Regel 28 Tage. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich jedoch dieser Erneuerungsprozess der Zellen.

Die Mikrodermabrasion setzt an der obersten Hautschicht an und trägt sanft und sicher die Mikroschicht der abgestorbenen Zellen von der Epidermis (Hornzellen) ab. Zum Vorschein kommt eine zarte, glatte Oberfläche.

Durch die Abtragung der Hornschicht erhält die Haut den Impuls aus der Tiefe heraus zu arbeiten.

Die Basalzellen (zuständig für die Bildung neuer Hautzellen durch Zellteilung) in der oberen Hautschicht werden angeregt neue Hautzellen zu bilden.

Es erfolgt eine Hautschuppung ohne sichtbare Schuppen oder Krustenbildung wie bei der Dermabrasion.  Die Mikrodermabrasion bewirkt eine Tiefenreinigung der Haut.

Die Tiefenwirkung, durch die Kombination von Peeling und Vakuum, stimuliert die hauteigene Collagen- und Elastinproduktion, wodurch die Haut straffer wird.

Durch die deutlich angeregte Mikrozirkulation wird auch die Wiederherstellung einer intakten Hornschicht gefördert. Diese bildet den Schutz vor Verletzungen und Austrocknung.

Die gesamte Zellmatrix profitiert von der deutlich gesteigerten Wirkstoffaufnahmefähigkeit nach der Mikrodermabrasion. Gesteigert werden kann dieser Effekt durch die Kombination von Mikrodermabrasion und Ultraschall.

Die Talgproduktion kann sich normalisieren, sodass sich unreine und fettige Haut auf Dauer verbessern kann. Der positive Nebeneffekt der Vakuum-Kristall-Mikrodermabrasion ist die Verbesserung der lymphatischen Drainage (Lymphfluss), Stimulierung des Blutkreislaufs und die Detoxikation (Entgiftung) der Haut.

Typischer Behandlungsablauf der Mikrodermabrasion

Eine Mikrodermabrasion beinhaltet nicht nur die Mikrodermabrasion, sondern vielmehr auch die wichtige & erforderliche Vorbesprechung mit Hautanalyse sowie Nachbehandlung .

Hierzu ist es unabdingbar, dass die Kosmetikerin das Wissen um dermatologische Vorgänge in der Haut und die Pflege dieser hat. Dies ist bei der Mikrodermabrasion umso wichtiger, da durch diese die alte Hornschicht und damit der natürliche Eigenschutz der Haut entfernt wird. Daher kommt der Vor- und insbesondere der Nachbehandlung und den verwendeten Produkten eine wichtige Bedeutung zu.

Sofern keine Kontraindikatoren vorliegen kann mit der Behandlung direkt begonnen werden. Eine sanfte Reinigung & ein Enzympeeling bereitet die Haut auf die Mikrodermabrasion vor. Die Enzyme des Enzympeelings lösen sanft die „Klebesubstanz“ zwischen den abgestorbenen Hornzellen.

Die darauf folgende Mikrodermabrasionsbehandlung dauert, je nach Behandlungsziel, ca. 30 min. Dazu wird ein spezieller Behandlungskopf über die Haut geführt. Unter Vakuum werden die Kristalle (Vakuum-Kristall-Mikrodermabrasion) schmerzfrei auf die Haut „geschossen“. Abgestorbenen Hautzellen werden dadurch gelöst und direkt abtransportiert.  Bei der Mikrodermabrasion kann die Stärke und Intensität der Abtragung sehr gut kontrolliert und bestimmt werden.

Wirkstoffkonzentrate und beruhigende Masken sorgen wirksam für die Beruhigung der Haut. Hautaktivierende Wirkstoffe, die nach jeder Mikrodermabrasion aufgetragen werden, können besonders gut eindringen und ihre Wirkung entfalten. Die bessere Wirkstoffaufnahme kann bis zu einer Woche nach der Behandlung andauern.

Um die Haut nach der Behandlung zu schützen und optimal zu pflegen sind entsprechend abgestimmte Produkte mit UV-Filter empfehlenswert. Fett-, fruchtsäurehaltige und salzhaltige Produkte sind hierbei zu vermeiden. Gerade fetthaltige Produkte würden die Verhornung der Haut fördern.

Was kann nach der Mikrodermabrasion erwartet werden?

Bei der kosmetischen Mikrodermabrasion kann es in den ersten Tagen nach der Behandlung zur Verschlechterung des Hautbildes kommen. Insbesondere bei Behandlungen von unreiner Haut bis hin zur Akne kann der Effekt auftreten, wobei dies gewollt ist.

Die Haut ist abhängig von der Behandlungsintensität leicht rosa, aber ohne offene Wunden. Kurzfristige Trockenheits- und Spannungsgefühle der behandelten Haut sind mögliche Reaktionen auf die begonnene Behandlung. Dieser Zustand normalisiert sich innerhalb kurzer Zeit wieder.

Die Haut benötigt nach der Behandlung 2 – 3 Tage, um den eigenen Säureschutzmantel und damit die natürliche Barrierefunktion wieder aufzubauen und den Zustand zu normalisieren.

Nach der Behandlung ist die Haut zudem lichtempfindlich  und muss vor UV-Strahlung geschützt werden. Ebenso ist starkes Schwitzen (Sport, Sauna etc.), Schwimmbad und Staubexposition zu vermeiden.

Nach der Mikrodermabrasion wird die Haut in der Regel elastischer und die Poren feiner. Fältchen und Linien reduzieren sich. Zudem hat die Behandlung einen Tiefeneffekt durch Aktivierung der hauteigenen Collagen- und Elastinproduktion.

Erste Ergebnisse können bereits nach der ersten Behandlung sichtbar sein. Eine Kurbehandlung mit 4 – 10 Behandlungen (abhängig vom Hauttyp und Hautzustand) in regelmäßigen Abständen kann diesen Effekt steigern.

Behandlungsbereiche der Mikrodermabrasion

Die Behandlungsbereiche sind vielfältig. So profitieren Menschen die schon jahrelang an unreiner Haut bis hin zur Akne und Narben (z.B. Aknenarben) leiden von der Mikrodermabrasion. Geeignet ist die Behandlung auch bei großporiger, atrophischer Haut oder Pigmentstörungen und Altersflecken.

Die Mikrodermabrasion ist nicht nur auf das Gesicht beschränkt, sondern kann vielmehr unter anderem auch in  Bereiche wie Hals oder Dekolleté angewandt werden. Je nach Hauttyp und Hautbild kann der Behandlungserfolg mithilfe einer Ultraschallanwendung gesteigert werden.

Weitere Behandlungsbereich:

  • Behandlung von Überverhornung (Hyperkeratosen), z.B. an den Oberarmen
  • Licht- und Sonnenschäden der Haut
  • Fältchen
  • Dehnungsstreifen, Schwangerschaftsstreifen
  • Vorbehandlung für die Pigmentierung
  • Anti-Aging

Welche Kontraindikatoren gibt es bei der MDA?

Die Mikrodermabrasion ist grundsätzlich für jeden Hauttyp anwendbar. Die Behandlung der Mikrodermabrasion ist bei folgenden Kontraindikatoren nicht empfehlenswert:

  • Einnahme von Isotretinen/Cortison/Roacutan
  • Keloidneigung
  • aktivem Herpes
  • akute Wunden
  • Hautkrebs im Behandlungsareal
  • bakteriellen und viralen Infektionen
  • Warzen im Behandlungsareal
  • schwere Akne
  • frische Narben oder Wunden
  • entzündliche Rossazea
  • Schuppenflechte

Um mögliche Kontraindikatoren auszuschließen sollte allerdings vor der ersten Behandlung ein Aufklärungsgespräch durch Ihre Kosmetikerin stattfinden.

Gibt es Nebenwirken bei der MDA?

Es sind keine Nebenwirkungen der Mikrodermabrasion bekannt. Die Behandlung ist allergenfrei und hygienisch. Die Behandlung ist absolut schmerzfrei. Es ist nur ein leichtes kribbeln zu spüren.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Dies richtet sich in erster Linie nach dem gewollten Behandlungserfolg. Ein sichtbarer Effekt stellt bereits nach einer Behandlung ein, allerdings nicht der gesamt zu erzielende Behandlungserfolg. Eine Behandlungsserie von 4 bis 10 Behandlungen im Abstand von 7 bis 10 Tagen ist für ein effektives Ergebnis empfehlenswert. Wobei ab der siebten Behandlung nur noch alle vier Wochen behandelt werden sollte.

Die Mikrodermabrasion sollte danach in regelmäßigen Abständen wiederholt werden um den erzielten Behandlungserfolg zu halten. Hier empfiehlt es sich ein Abstand von vier Wochen.

Was muss man nach der MDA beachten?

3-5 Tage nach der MDA sollten Sie ein paar Dinge, für eine erfolgreiche Behandlung, beachten.

Ihre Haut benötigt nach der MDA ca. 2 Tage um die natürliche Barriere wieder aufzubauen. Hierbei unterstützen Sie diese durch Verwendung gezielter Wirk-/Pflegestoffe bzw. Produkte. 

Die nächsten 2 Tage sollten Sie:

  • starkes Schwitzen vermeiden (z.B. Sport, Sauna ..)
  • kein Schwimmbad besuchen
  • keine starken Staub- und Schmutzarbeiten durchdühren
  • keine fruchsäurehaltigen Produkte sowie ätherische Öle oder Fettcremes verwenden
  • keine okklusiven Anwendungen durchführen
  • keine Produkte verwenden welche Salze enthalten
  • Ihre Haut durch einen Lichtschutzfaktor schützen

5 Tage sollten Sie unbedingt auf starke UV-Strahlung verzichten, d.h. kein Solarium oder intensives Sonnenbad im Freien.

Wie finde ich heraus ob die MDA etwas für mich ist?

Grundsätzlich empfiehlt es sich hierfür Kontakt mit einer Kosmetikerin aufzunehmen, welche Mikrodermabrasionsbehandlungen anbietet und sich beraten zu lassen.

Zur groben Beantwortung dieser Frage ist hier eine Auswahl an Fragen welche bei der Entscheidung weiterhelfen kann. Hierbei ist aber zu beachten das dies nicht alle Behandlungsmöglichkeiten umfasst. Eine Beratung bei der Kosmetikerin können diese Fragen auch nicht ersetzen.

  • Haben Sie trockene Haut und/oder können Sie Verhornungen spüren?
  • Leiden Sie an unreiner Haut bis hin zur Akne die sich hartnäckig hält und/oder haben Sie Aknenarben?
  • Stören Sie Pigment- oder Altersflecken?
  • Wollen Sie mehr als nur eine kosmetische Behandlung und legen Wert auf eine optimale Wirkstoffversorgung der Haut?
  • Sind Sie ein Mann und Ihr Bartwuchs neigt zu ständigen Entzündungen?
  • Sie spüren das Ihre Hautspannung nachlässt und Sie leichte Fältchen haben.
  • Sie leiden an großporiger, atrophischer Haut und möchten die Poren verfeinern?

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