Der Lichtschutzfaktor (LSF) auch Sun Protection Factor (SPF) genannt dient der Beurteilung und Einordnung von Sonnenschutzpräparaten und um wieviel man mit diesen länger in der Sonne bleiben kann ohne einen Sonnenbrand[1] zu bekommen. Also der Schutz gegen die erythemwirksame Strahlung.

Sonnenschutzmittel helfen Sonnenbrand zu vermeiden.

Zudem lassen wissenschaftliche Ergebnisse[2] den Schluss zu, dass vorzeitige Hautalterung verhindert wird. Weiterhin zeigen Epidemiologische Studien[3], dass durch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln einige Formen von Hautkrebs verhindert werden können.[4]

Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige für mich ?

Der Lichtschutzfaktor errechnet sich als Quotient von minimalen Erythemdosis (MED) der geschützten und ungeschützten Haut[5] und wird gem. EU Klassifizierung wie folgt unterteilt:

Schutzklasse Lichtschutzfaktor Schutz in % vor UV-Strahlung
Niedrig 6 / 10 83,3 - 90 %
Mittel 15 / 20 / 25 93,3 - 96 %
Hoch 30 / 50 96,7 - 98 %
Sehr hoch 50 +  

Je nach Hauttyp unterscheidet sich die Eigenschutzzeit der Haut erheblich. Dieser kann zwischen 3 und bis über 90 min liegen[6]. Die gebräuchlichste Hauttypklassifikation ist die 1975 vom amerikanischen Dermatologen Thomas Fitzpatrick entwickelte:

Hauttyp Merkmal[7] Eigenschutz
Typ I - Keltischer Typ Sehr helle Hautfarbe rötliche oder hellblondes Haar < 10 min
Typ II - Nordischer Typ helle Hautfarbe blonde, hellbraune oder dunkelblonde Haare 10 - 20 min
Typ III - Mischtyp mittlere Hautfarbe dunkelbraunes oder hellbraunes Haar 20 - 30 min
Typ IV - Mediterraner Typ bräunliche oder olivfarbene Haut braunes oder schwarzes Haar > 30 min
Typ V - Dunkle Hauttyp dunkle bis hellbraune Haut schwarzes Haar > 90 min
Typ VI - Schwarzer Hauttyp dunkelbraune bis schwarze Haut schwarzes Haar > 90 min

Wie berechne ich den Lichtschutzfaktor?

Die persönliche Sonnenschutz kann berechent werden, indem die Eigenschutzzeit der Haut mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) in dem verwendeten Sonnenschutzprodukt multipliziert wird.

Der LSF gibt allerdings nur die Schutzwirkung gegen die erythemwirksame, also überwiegend gegen den nicht sichtbaren UV-B Anteil des Sonnenlichts, an. Die UV-B Strahlung macht etwa 10% der UV-Strahlung aus und gelangt in die Epidermis (Oberhaut).

Dieser Anteil ist für die Bräunung (Bildung von Melanin) und somit auch für ein Sonnenbrand (Erythem) verantwortlich. Geringe Dosen UV-B sind wegen der Bildung von Vitamin D sogar für die Gesundheit förderlich.

90% der UV-Strahlung macht allerdings der UV-A Anteil aus. Sie dringt tiefer, nämlich bis zur Dermis (Lederhaut) vor, erzeugt Radikale und kann die Kollagenstrukturen schädigen. Das Sonnenbrandrisiko ist gering. Sonnenallergien sowie Lichtüberempfindlichkeit wird allerdings dem UV-A Anteil zugeschrieben.

Daher ist auch ein UV-A Schutz wichtig, dieser wird beim LSF jedoch nicht berücksichtigt. Die erst seit Anfang 2005 geltende DIN Norm 67502[8] und die Empfehlung der EU von 2006 definieren den Schutz vor UV-A Strahlung. Dem Verbraucher fällt es hierdurch leichter sich zu orientieren, was vorher schwieriger war, da der Schutz nicht einheitlich geregelt war.

Demnach gelten folgende Kriterien zur Mindestwirksamkeit von Sonnenschutzmitteln
  • Lichtschutzfaktor (LSF): soll mindestens 6 betragen
  • UV-A Schutzfaktor: muss mindestens ein Drittel des LSF betragen

Ein Sonnenschutzmittel mit einem LSF von 30 sollte demnach einen UV-A Schutzfaktor von mindestens 10 aufweisen.

Die Einhaltung des UV-A Schutzes erkennt man anhand des auf der Packung abgebildeten Symbol. Dieses besteht aus einem Kreis der die Buchstaben UVA enthält. Hier ist es wichtig auf das offizielle Logo zu achten. Kreis und Schrift können farbig sein, diese sind dann aber nicht offiziell.

Exkurs: Aufgrund fehlender internationaler Standard zu Kennzeichnung und Ermittlung des UV-A Schutz folgten die meisten Hersteller dem australischem Standard zur Bestimmung. Dieser ist erfüllt, wenn das entsprechende Produkt maximal 10% der UV-A Strahlung durchlässt. Eine weitere Differenzierung darüber hinaus erfolgt nicht. Der Schutz ist also unabhängig vom UV-B Schutz. Diese Situation führte zur deutschen DIN Norm und der Empfehlung der EU über die Mindestwirksamkeit, da der australische Standard nicht mehr den heutigen Schutzkriterien entspricht. Hierbei steigt der UV-A Schutz proportional mit dem UV-B Schutz.

Anwendung des Sonnenschutz

Damit der Lichtschutzfaktor erreicht wird muss der Sonnenschutz auch optimal aufgetragen werden. Nach CLIPA[9] wird eine Menge von 2 mg/cm² Haut empfohlen. dies bedeutet für einen durchschnittlichen Erwachsenen ca. 30 ml (ca. 6 Teelöffel). Die Gefahr den LSF in der auf dem Produkt angegebenen Menge zu reduzieren ist groß. Der LSF nimmt mit der reduzierten Auftragemenge nicht linear, sondern exponentiell ab. Das bedeutet, wenn nur die Hälfte der empfohlenen Menge aufgetragen wird, beträgt z.B. der angegebene LSF 50 nicht 25 sondern 7.[10][11]

Der Sonnenschutz sollte ca. 30 min vor dem in die Sonne gehen gleichmäßig aufgetragen werden. Grundsätzlich sollte der Sonnenschutz stetig, durch neues eincremen, erneuert werden. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass der Lichtschutzfaktor durch erneutes eincremen nicht erhöht wird, d.h. aus zweimal 25 wird nicht LSF 50. Auf den Sonnenschutz sollte insbesondere beim schwitzen und schwimmen geachtet werden, auch wenn angegeben wurde das dieser Wasserfest ist.

Trotz des Schutzes sollte exzessives Sonnenbaden vermieden und der Schatten gesucht werden. Zudem sollte die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr[12] gemieden werden.

Anhaltspunkte für ein gutes Sonnenprodukt

Ein guter Sonnenschutz sollte folgende Eigenschaften haben[13]:

  • UV-A & UV-B Schutz deutlich ausweisen
  • offizielles UV-A Symbol haben
  • keine PEG Emulgatoren enthalten
  • keine künstlichen oder allergiekritischen Duftstoffe enthalten
  • Wasserfest

Beeinflussung des Lichtschutzfaktors

Der LSF ist individuell nicht konstant. Dieser kann u.a. durch Schwitzen, Wasser, Höhenlage, wiederspiegelnde Umgebungen, geographische Breite sowie Tages- und Jahreszeit variieren. Die Sonnenstrahlung kann hierdurch verstärkt und der Eigenschutz verkürzt werden.

Daher sollte der LSF nur als Anhaltspunkt genommen werden und die Zeit über den LSF nie ausgereizt werden.

Warum ist ein Sonnenbrand so schädlich ?

Einen Sonnenbrand vergisst die Haut nicht, er brennt sich sprichwörtlich ein. Es wird hierbei nicht nur die Epidermis (Oberhaut) sondern auch die Dermis (Lederhaut) verbrannt.

Die Schädigung des Zellgewebe kann von Rötung bis hin zu Blasenbildung führen und auf Dauer können Erkrankungen der Haut oder auch Hautkrebs hervorgebracht werden.

Für einen optimalen Sonnenschutz ist eine Beratung zu empfehlen.

[1] Entzündung der Haut mit daraus resultierender Rötung (Erythem)

[2] Graustein, R.D., Evidence that sunscreens prevent UV radiation-induced immunosuppression in humans. Sunscreens have their day in the sun. Arch. Dermatol. 131, Nr. 10 (1995) 1201-1204

[3] Krutmann, J.; Inhibitorische Wirkung von Lichtschutzexterna auf die Entwicklung von Hautkrebs. Hautarzt 52 (2001) 62-63

[4] Professor Dr. Rolf Daniels, Eberhard-Karls-Universität, Pharmazeutisches Institut, 72076 Tübingen unter www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3124

[5] http://flexikon.doccheck.com/de/Lichtschutzfaktor

[6] Basis der Messung ist der Sommer in Mitteleuropa zur Mittagszeit

[7] Zur Klassifizierung nach Fitzpatrick werden mehr Merkmale herangezogen, diese Aufzählung dient nur zur Verdeutlichung

[8] Charakterisierung der UV-A Schutzwirkung von dermalen Sonnenschutzmitteln durch Transmissionsmessung unter Berücksichtigung des LSF

[9] Comité de Liaison des Associations Européennes de I'Industrie de la Parfümerie des Produits Cosmetiques et de Toilette European, COLIPA

[10] Br J Dermatol 2007; 156:716

[11] Ärzte Zeitung , 27.09.2010; www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/article/620927/sonnenschutz-klotzen-nicht-kleckern.html

[12] Nach neuen Erkenntnissen im mitteleuropäischen Raum

[13] Aufzählung ist nicht abschließend und beinhaltend keinen Anspruch auf Vollständigkeit

 

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