Haarentfernungsmethode – Haare ab !

Glatte Haut liegt im Trend – nicht nur bei Frauen. Haare wachsen häufig dort, wo sie nicht erwünscht sind. Es gibt verschiedenste Methode um die Haare zu entfernen.

In Teil 2 der Serie Haarentfernungsmethoden stellen wir die Methoden Wachs, Zuckerpaste und chemische Methoden vor.

Kalt- und Warmwachs – Waxing

Bereits vor Tausenden von Jahren verwendete man Heißwachs, aus Talg und Harz. Kaltwachs wurde erst um ca. 1970 durch einen Chemiker erfunden. Er brachte eine klebrige Substanz auf ein Blatt Papier um Haare zu entfernen.

Heute wird, hauptsächlich, zwischen Kalt- und Warmwachs unterschieden.

Die Anwendung von Kaltwachs erfolgt mittels, zumeist vorgefertigter, Baumwollstreifen auf denen sich das Wachs anwendungsfertig befindet.

Die Streifen werden in der Hand kurze Zeit erwärmt und mit der Haarwuchsrichtung aufgetragen.

Anschließend werden diese, mit einer ruckartigen Bewegung, gegen die Haarwuchsrichtung abgezogen. Die Methode des Kaltswachs benötigt keine weitere Zusatzausstattung und wird daher gerne und hauptsächlich im privaten Bereich angewandt. Aufgrund der im häuslichen Gebrauch meist fehlenden Vorbehandlung und Erwärmung der Haut reizt diese Methode die Haut und schmerzt mehr beim abreißen der Kaltwachsstreifen. Auftreten von Pickelchen und geröteter Haut nach der Behandlung sind keine Seltenheit.

Das Warmwachs

Das Warmwachs, sowohl in Patronenform, wie auch in flüssiger Form, wird zumeist bei der Kosmetikerin verwendet. Vor der Anwendung muss das Wachs, z.b. im Wachs(er-)wärmer in welcher die Wachspatronen stehen, erwärmt werden. Hierbei ist Erfahrung wichtig, damit das Warmwachs nicht zu heiß (die Haut könnte verbrannt werden) oder zu kalt ist.

Das verwendete Wachs besteht meistens aus natürlichen Inhaltsstoffen (fragen Sie hierzu Ihre Kosmetikerin nach der verwendeten Wachsart) wodurch allergische Reaktionen der Haut minimiert werden. Zudem ist die Anwendung hygienisch. Der Vorteil der Warmwachsmethode ist, dass bei regelmäßiger Anwendung die Haare feiner, weicher und in gewissen Maße sogar weniger werden.

Das Warmwachs öffnet durch die Wärme besonders leicht die Hautporen. Die Haare können somit besonders schonend entfernt werden. Beim Erkalten des Wachs erstart dieses und verbindet sich gut mit den Haaren, ohne dabei klebrig zu sein.

Vor dem Auftragen des Warmwachs empfiehlt es sich eine Vorbehandlung, welche u.a. zur Desinfektion der Haut dient, durchzuführen.  Die zusätzliche Anwendung von feuchtigkeitsaufnehmendem Lavendelpuder bereitet die Haut optimal auf die Behandlung vor.

Nachdem das Warmwachs die entsprechende Temperatur erreicht hat, wird dieses z.B. mittels eines Warmwachsrollers mit der Wuchsrichtung aufgetragen. Hierbei ist wichtig, dass das Wachs nicht zu heiß ist, um Verletzungen der Haut zu vermeiden. Dies kann zuvor an der eigenen Handgelenkinnenseite getestet werden.

Nach dem Auftragen, wird ein Vliesstreifen aufgelegt und gegen die Wuchsrichtung, ruckartig, abgezogen. Es ist wichtig den Vliesstreifen relativ zügig aufzulegen, da dieser sonst nicht mehr auf dem Wachs klebt, wenn es erkaltet ist. Eventuell verbleibende Reste werden, je nach Art des Wachses, mit Wasser oder Öl, wieder entfernt.

Die zu entfernenden Haare, sollte eine Länge von mindestens ca. 2mm, besser noch 5-8mm haben.

Nachbehandlung bei Warmwachs

Für eine sofortige Hautberuhigung, um Rötungen vorzubeugen und um der Haut Feuchtigkeit zu spenden, sollte eine Nachbehandlung mit z.B. Aloe Vera Gel oder therapeutischer Hautlotion (z.B. mit enthaltenem Allantoin) durchgeführt werden.

Nach der Behandlung kann es eventuell zu kleinen gerötet Punkten kommen, welche aber wieder schnell abklingen. Dadurch das sich das Warmwachs, im Vergleich zum Kaltwachs, besser um die Haare legt und durch die Wärme die Poren geöffnet werden, ist diese Methode weniger schmerzhaft. Das Schmerzempfinden kann nach mehrmaliger Anwendung weniger werden und während der Behandlung durch Ausübung eines neuen Reizes,  z.B. die Handfläche direkt nach dem wachsen auf die enthaarte Partie legen, reduziert werden.

Das Einwachsen von Haaren und damit einhergehende Entzündungen kann reduziert werden, indem regelmäßig nach der Behandlung (mit ein paar Tagen Abstand) ein Peeling durchgeführt wird. Das Peeling sorgt dafür, dass übermäßige Hautschüppchen abgetragen werden und diese somit nicht den Haarfollikel überlagern und das Herauswachsen von neuen Haaren erschweren. Ebenso empfiehlt es sich die Haut regelmäßig, durch entsprechende Körperpflege, zu cremen.

Da die Haare an der Wurzel entfernt werden, dauert es durchschnittlich zwischen vier und sechs Wochen, bis neue nachwachsen.

Waxing: Fazit

Das Warmwachs ist eine sanfte Haarentfernungsmethode und wird grundsätzlich gut vertragen, dennoch findet eine Reizung der Haut statt.

Da die Poren nach dem wachsen offen sind, können Bakterien in diese gelangen. Daher sollte man direkt nach dem wachsen kein Sport treiben, nicht in die Sauna gehen und starkes Schwitzen möglichst vermeiden.

Ebenso sollten parfümierte Duschgele und Lotionen vermieden werden. Innerhalb von 12 Stunden schließen sich die Poren wieder.

Die Zuckerpaste – Sugaring

Die Zuckerpaste, oder auch bekannt als Sugaring oder Body Sugaring (vom englischen Wort “Sugar” (Zucker)), ist eine sehr alte Methode der Haarentfernung, basierend auf Naturprodukten (meist Zucker, Wasser und Zitronensaft). Bereits im alten Ägypten ließen die Pharaonen ihre Sklavinnen mit einer Paste aus Zucker enthaaren. Die Zuckerpaste besteht, wie zumeist Warmwachs, aus natürlichen Inhaltsstoffen, wodurch es auch hier zu weniger Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommt.

Wie beim Warmwachs sollten Sie nach der Haarentfernung mit Zuckerpaste direkt und bis zu 12 Stunden danach nicht in die Sauna gehen, keinen Sport betreiben und möglichst starkes Schwitzen vermeiden.

Die nur lauwarme (ca. 35 – 37°C) Zuckerpaste wird gegen die Haarwuchsrichtung aufgetragen und mit der Wuchsrichtung abgezogen, wodurch weniger Haare abrechen und es weniger zu einwachsenden Haaren kommt. Sugaring kann bereits ab einer Haarlänge von ca. 1,5 mm und überall auf dem Körper angewendet werden.

Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist eine spezielle Technik notwendig, die erlernt werden muss. Daher sollte Sugaring möglichst von Personen mit Erfahrung durchgeführt werden. Vliesstreifen oder ähnliches zum entfernen der Paste wird nicht benötigt.

Fazit: Sugaring

Diese Methode ist weniger schmerzhaft als die Enthaarung mit Wachs, da die Haare hierbei mit der Wuchsrichtung entfernt werden. Wie bei der Haartentfernung mit Warmwachs ist auch hier eine Vor- und Nachbehandlung bei Sugaring empfehlenswert um die Hautreizung möglichst gering zu halten.

Chemische Mittel

Chemische Mittel wurden ca. 1940 von der Firma Carter-Wallace in New York erfunden, da zu dieser Zeit Kriege herrschten und die Strümpfe immer seltener wurden, der Wunsch nach glatten Beinen aber blieb. Die chemische Haarentfernung ist bis heute eine der beliebtesten Methoden, die man selbständig anwenden kann. Es gibt eine vielfältige Anzahl an chemischen Haarentfernungsmitteln, meist Cremes oder Mousse. Diese enthalten die sogenannte Thioglycolsäure, die das Haarkeratin und nur den sichtbaren Teil des Haares zerstört.

Aufgrund der Säurebasis kann diese Art der Haarentfernung allergische Reaktionen und starke Hautreizungen auslösen. Ein Kontakt mit Schleimhäuten sollte vermieden werden. Pickel und auch Ausschläge sind hierbei keine Seltenheit auch wenn die Mittel im laufe der Zeit hautverträglicher geworden sind. Gerade Personen mit empfindlicher Haut sollten bei der Verwendung vorsichtig sein. Bei der Anwendung ist zudem darauf zu achten an welcher Stelle die Methode angewandt wird und sollte vorher an einer kleinen, nicht direkt sichtbaren Stelle des Körper ausprobiert werden.

Die Haare können nach der Einwirkzeit, mit Hilfe eines Schwamms oder Spatels, einfach von der Haut abgenommen werden. Somit bleibt die Haarwurzel unberührt und die Haare können ungestört, innerhalb kurzer Zeit, ca. 1 Woche, wieder nachwachsen. Die Wirksamkeit der Haarentfernungsmethode ist folglich nicht besonders einträglich.

In den nächsten 24 Stunden, nach der Anwendung, sollten keine alkoholhaltigen Deos oder Lotions verwendet werden, um die Haut nicht weiter zu reizen bzw. um eine Überreaktion der Haut zu vermeiden.

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Abbildung Wachsen der Achseln: © Blaj Gabriel – shutterstock.com
Abbildung Wachspatrone: © Gabriel Blaj – Fotolia.com
Abbildung Chemische Haarentfernung: © OLJ Studio – shutterstock.com
Abbildung Wachsen der Brust: © Viktor Pravdica – Fotolia.com